VAGINISMUS…kein seltenes Problem!

Vaginismus: Ein weitverbreitetes Thema

Vaginismus ist keineswegs ein seltenes oder isoliertes Problem, vielmehr sind viele Frauen davon betroffen oder haben diese Erfahrung bereits im Laufe ihres Lebens gemacht. Dabei handelt es sich um eine unwillkürliche Verkrampfung der Vaginalmuskulatur, die infolgedessen zu Schmerzen oder in manchen Fällen sogar zu einem vollständigen Unvermögen beim Geschlechtsverkehr führen kann. Vor diesem Hintergrund ist der erste und zugleich wichtige Schritt, das Thema offen anzusprechen und sich bewusst zu machen, dass Vaginismus grundsätzlich behandelbar ist. Denn auch wenn sich die Situation oft sehr belastend anfühlt, ist Vaginismus nicht ungewöhnlich, und Sie sind mit dieser Erfahrung keineswegs allein.

Professionelle Unterstützung als Schlüssel zur Heilung

Sollten Sie selbst oder eine Ihnen nahestehende Person an Vaginismus leiden, ist es besonders wichtig, keine Scheu vor professioneller Unterstützung zu haben. Denn Fachleute aus der Sexual- und Psychotherapie können gezielt dabei helfen, die individuellen Ursachen des Vaginismus zu erkennen und darauf aufbauend passende Behandlungsmethoden zu entwickeln. Häufig besteht die Therapie aus einer Kombination aus Gesprächen, körperorientierten Übungen und gegebenenfalls einer begleitenden Physiotherapie. Ziel ist es dabei, die unwillkürliche Muskelanspannung schrittweise zu lösen und ein neues Körpergefühl zu entwickeln. Durch diese professionelle Begleitung entsteht ein geschützter Rahmen, der es Ihnen ermöglicht, sich sicher und gut unterstützt auf den Weg der Heilung zu begeben.

Die Behandlung von Vaginismus erfolgt in der Regel in kleinen, aufeinander aufbauenden Schritten. Dabei lernen Sie nach und nach, wieder mehr Kontrolle über die eigene Muskulatur zu erlangen und zugleich Vertrauen in den eigenen Körper aufzubauen. Ein zentraler Bestandteil der Therapie ist das Training der Beckenbodenmuskulatur sowie das Erlernen geeigneter Entspannungstechniken. Bereits einfache Übungen, wie das bewusste Anspannen und anschließende Entspannen der Beckenbodenmuskeln, können dabei erste spürbare Fortschritte ermöglichen. Ergänzend dazu unterstützen Atemübungen, da sie helfen, Ängste zu reduzieren und den Körper insgesamt zu beruhigen. Mit Geduld, Achtsamkeit und regelmäßiger Übung lassen sich auf diese Weise Schmerzen verringern und die Lebensqualität nachhaltig verbessern.

Tipps zur Selbsthilfe bei Vaginismus

  1. Atemtechniken üben: Tiefe und bewusste Atmung kann helfen, den Körper zu entspannen und Angst zu reduzieren. Versuchen Sie täglich, für ein paar Minuten in den Bauch zu atmen und Ihre Aufmerksamkeit auf die Entspannung zu lenken.
  2. Fortschritte wertschätzen: Seien Sie geduldig mit sich selbst und erkennen Sie auch kleine Erfolge an. Der Weg zur Heilung erfordert oft Zeit, und jeder Schritt ist wertvoll.
  3. Unterstützung durch Partner:innen einbeziehen: Offene Gespräche mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner über Ihre Gefühle und Grenzen können helfen, Verständnis und Rückhalt zu schaffen. Eine vertrauensvolle Beziehung ist ein wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses.

Mit professioneller Unterstützung zu einem erfüllten Sexualleben

Vaginismus ist behandelbar, und mit der richtigen Therapie ist es möglich, eine befriedigende Sexualität zu genießen. Schmerzen können gelindert und die Freude am eigenen Körper neu entdeckt werden. Zögern Sie nicht, Unterstützung in Anspruch zu nehmen und diesen Weg zu gehen. Ein gesunder Umgang mit der eigenen Sexualität ist ein wichtiger Bestandteil für das persönliche Wohlbefinden und ein erfülltes Leben.